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Anschrift SekHerz
His-Story 
HipHop ist Mitte der 1970er die erste Strassenkultur, die sich in den South Bronx von New York, einem der ärmsten Ghettos der USA, entfaltet. Historischer Ausgangspunkt sind die urban dance parties der 1970er Jahre, bei denen DJs über ihre herkömmliche Rolle als Plattenleger hinauswachsen und selbst Musik produzieren, indem sie Platten manuell bewegen und mit Hilfe mehrerer Plattenspieler verschiedene Sounds ineinander mixen. Auf diese Weise gelingt es ihnen, die Musik zu verfremden, die instrumentalen Phasen der Stücke zu verlängern und der Musik die individuelle Note des DJ zu verleihen. Dies ist die Geburtsstunde der DJ-Musik, die, zunächst als reine Tanzmusik gedacht, eine weltweite Tanzbewegung auslöst, die in den 1990er Jahren in der Techno-Bewegung einen vorläufigen Höhepunkt finden wird. Zunächst aber provozieren die Techniken des scratching und mixing mit Breakdance einen spezifischen Tanzstil, der gekennzeichnet ist durch den permanenten Wechsel von simultanen und sukzessiven Bewegungen. Die Techniken des locking und popping und die akrobatischen power moves machen den Tanz zu einem sportiven und rasanten Spiel mit Körperzentren und -achsen. DJs und Breakdancer (B-Boys) sind schon in diesen Anfängen nicht nur Afroamerikaner, sondern auch Einwanderer aus Lateinamerika. Zu ihnen gesellt sich der MC (Master of Cermony), der Tänzer über Sprecheinlagen zum Weitermachen motiviert. Als Rap entwickelt sich diese Animationstechnik zu einer eigenständigen kulturellen Praxis.

Das rapping selbstgereimter Verse steht in der Tradition des für westafrikanische Kulturen charakteristischen Umgangs mit Rhythmen und Tonsprachen, die in den schwarzen Ghettos Nord-Amerikas eine eigene Grammatik gefunden haben. Rap ist eine performance-orientierte Poesie, ein Sprachspiel voller ironischer Uebertreibungen, Wortspiele und Slang-Fragmente, bei dem nicht nur rhythmisch gesprochen, sondern auch mit Tempo, Tonhöhe und Klangfarbe gespielt wird. Rapping findet zunächst auf der Strasse statt, wird dort aber bald akustisch verstärkt durch tragbare Kassettenrecorder, die boombox oder - wie man etwas abfälliger zu sagen pflegt: den ghettoblaster. Zu diesen spontanen öffentlichen Darbietungen gesellt sich der Breakdancer, der das Sprachspiel des Rapper auf den Körper überträgt.

Etwa zur gleichen Zeit entsteht auch in New York City die Bildtechnik des Graffiti. Mit dieser illegalen Kulturpraxis beginnen die jugendlichen writer, sich den öffentlichen Raum symbolisch anzueignen. Super Kool nennt sich ganz treffend der erste, der 1972 in New York City ein masterpiece fabriziert. Aus der anfänglichen Beschriftung mit Namenszeichen (tags) entwickeln sich dreidimensional gestaltete Schriftzüge und Bilder, die sogenannten pieces, die Anfang der 1980er Jahre Eingang in die zeitgenössische Kunst und mittlerweile auch den Weg in die Museen gefunden haben. Für die Jugendlichen ist die Maltechnik des Graffiti eine Art Sprachcode, der wie ein Kommunikationsnetz die Stadt durchzieht.

Was in den Strassen der New Yorker Bronx beginnt, entwickelt sich Ende der 1970er Jahre zu einer Party-Kultur, den sogenannten block parties. Hier wird das Breakdancing  unter der Vorgabe des DJ und des rappenden MC zu Wettbewerben zwischen einzelnen Personen und Gangs ausgebaut. Diese Veranstaltungen basieren auf dem call-and-response-Prinzip, das aus der schwarz-amerikanischen  Erzähltradition stammt, und sind eine lebendige Interaktion zwischen MC, DJ und dem tanzenden Publikum. Bald schleppen MCs und DJs Verstäkeranlagen zusehends in Schulen, Gemeindezentren oder gemietete Tanzsäle. und mit dem ersten Super-Hit „Rapper‘s Delight“ der Sugar Hill Gang 1979 verlässt der HipHop das lokale Ghetto und folgt den Marktgesetzen einer sich globalisierenden Kulturindustrie.
 
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